Irgendwo zwischen Travemünde und Timmendorfer Strand saß ich am Ostseestrand, Füße im Sand, Sonne im Gesicht und der Laptop (endlich mal) drei Stunden entfernt in der Wohnung. Genau dafür war ich nach Lübeck gekommen. Um einfach mal den Kopf und die Gedanken frei zu bekommen.
Meine letzte Workation ist ja schon länger her. Vor ziemlich genau einem Jahr war ich einen Monat in Albanien, in Vlorë (kannst du hier nachlesen: Workation Albanien). Das war am Ende ehrlich gesagt zu lang (4 Wochen) und zu viel Improvisation für meinen Geschmack. Diesmal wollte ich einfach nur eine Woche, planbar, in Deutschland, ohne dass ich mir am Flughafen Sorgen um SIM-Karten machen muss.
Lübeck mal zu erkunden, stand schon ewig auf meiner Liste. Von Hannover aus war es mir immer zu weit für einen Tagesausflug, aber für eine Woche genau richtig. Und die Ostsee damit quasi direkt vor der Tür.
Anreise ohne Stress
Sonntagmorgen mit Koffer und Rucksack ging es zur Lübeck Workation los. Die Bahnstrecke war leider zu dieser Zeit gesperrt, musste also in Hamburg umsteigen, aber hatte durchgehend nen Sitzplatz und war soweit entspannt. Vom Bahnhof Lübeck dann mit dem Bus zur Unterkunft, dort gab’s nen Schlüsselkasten, Code eingetippt und schon war ich eingecheckt.
Wo ich gewohnt hab und warum die Lage entscheidend war
Gewohnt hab ich im Ausblick Lübeck, Dornestraße 3A, ein paar Minuten unterm Bahnhof, fast am Holstentor. Über Booking.com zufällig gesehen und ungefähr 2 Wochen im Voraus gebucht.
Ausstattung
Die Unterkunft für meine Workation in Lübeck war etwas größer als ich für eine Person gebraucht hätte, aber egal, die Ausstattung hat super gepasst. Endlich mal richtige Stühle zum Arbeiten, mein Laptop Stand, Bluetooth Maus und Tastatur waren wie immer im Gepäck. WLAN lief top und die ganze Woche ohne Aussetzer.

Die Wohnung lag im Dachgeschoss, ruhig, ließ sich gut durchlüften, ein Park war um die Ecke. Küche war komplett ausgestattet, Backofen, sogar Salz und Pfeffer standen schon da, SmartTV auch dabei, wenn ich mal abends nur noch chillen wollte.
Einkaufen
Einkaufen bin ich nur 1-2x, gleich am Anfang, zum Supermarkt in der Moislinger Allee gelaufen und hab direkt alles für die Woche mitgenommen. Danach musste ich mich um sowas nicht mehr kümmern, hat sich echt gelohnt. Am Bahnhof gibt’s aber auch einen, falls jemand spontaner unterwegs ist.
Im Nachhinein war genau die Lage der größte Hebel für die ganze Woche. Alles, Altstadt, Bahnhof, Gym, war in 5 Minuten erreichbar. Bei der nächsten Ostsee Workation würde ich wieder zuerst auf sowas achten.
Mein Arbeitsalltag: früh raus, mittags fertig
Tagesablauf
Während meiner Workation habe ich gemütlich zwischen 8 und 9 Uhr mit dem Arbeiten angefangen, Meetings und Abstimmungen bis mittags, danach habe ich mir den Tag fürs Erkunden freigehalten. Mittagessen gekocht, dann raus, entweder Stadt oder Meer. Abends ging es dann meistens noch ins Fitnessstudio, was gerade einmal 5 Minuten von der Unterkunft entfernt lag. Teilweise habe ich abends auch noch ein paar Stunden gearbeitet, wenn es nochmal nötig war.

Auch die Internetverbindung in der Wohnung war übrigens die ganze Woche stabil, kein einziges Mal ein Problem.
Weniger Stress als sonst
Diese Woche war ich, muss ich zugeben, deutlich weniger motiviert als sonst bei der Arbeit. Hab das Genießen dieses Mal priorisiert, denn ich war froh wenn ich den Laptop zumachen und rausgehen konnte. Zum Glück hatte ich die Woche davor schon einen Haufen Meetings für die Kundenaufnahme erledigt, sodass in Lübeck nur 2, 3 Termine über die Woche verteilt lagen. Sehr gute Ausgangslage, hätte auch komplett anders laufen können. Bin dann einfach mit dem Flow gegangen und mir hin und wieder Denkpausen erlaubt.
Vor der Reise hatte ich mir überlegt, was ich für mich angehen will, also auch ein bisschen innere Arbeit nebenbei, Angebote nochmal durchdacht, generell reflektieren, geschaut was läuft und was nicht.
Arbeiten in Lübeck und Essen unterwegs
Café als Arbeitsplatz funktioniert bei mir grundsätzlich nicht, hab ich schon oft genug gemerkt, ohne Kopfhörer zu unruhig und mit Kopfhörern nervt’s mich irgendwann auch. Also habe ich auch hier größtenteils aus der Wohnung gearbeitet. Wer trotzdem in Cafés arbeiten will, in Lübeck gibt’s sehr viel Auswahl, Konvent Café, die Kaffeerösterei am Dom, oder die Cafébar in der Hüxstraße, die auch ziemlich nah an meiner Unterkunft lag.
Einmal habe ich mittags im Masala Darbar gegessen. Dort gab es einen günstigen Mittagstisch für ungefähr 10 €, kann ich weiterempfehlen.
After Work-Ausflüge: wohin, wie lange, und wann man besser weiterfährt
Travemünde
Nach Travemünde fährt stündlich die RE8, oder man nimmt den Bus ab Holstentorplatz, der fährt öfter, dauert dafür etwas länger. Zug braucht ungefähr eine halbe Stunde. Mit Deutschlandticket für 63 € im Monat lohnt sich das natürlich sehr.
Timmendorfer Strand und Scharbeutz
Timmendorfer Strand ist noch näher, nur 13 Minuten entfernt. Vom Bahnhof aus 10 bis 15 Minuten laufen bis zum Strand, oder Bus nehmen, der direkt davor steht, dann sind’s nur 5. Im Sommer, zur Hauptsaison, würd ich aber eher weiterfahren mit der RB85 bis Scharbeutz, eine oder zwei Stationen weiter, oberhalb von Timmendorf, meistens deutlich leerer.

Neustadt in Holstein
Die RB85 fährt übrigens auch bis Neustadt in Holstein, war ich auch, und das kann ich richtig empfehlen. Durch die Stadt laufen, am Hafen entlang, Segelboote, Sonnenuntergang, schön einfach. Oberhalb liegen auch ruhigere Strände, und in der Stadtmitte gibt’s gute Restaurants mit Blick aufs Wasser.
Die Küstenwanderung, mein Highlight
Der beste Moment der ganzen Woche war aber trotzdem die Küstenwanderung von Travemünde nach Timmendorfer Strand, ungefähr 3 Stunden wenn man’s locker angeht, mit Pausen, mal ins Wasser springen, mal einfach sitzen bleiben. Kann ich nur empfehlen.

Noch ein Bahn-Tipp
Hier lieber früher am Gleis sein. Die Züge können in der Saison ziemlich voll werden, stehen aber meistens schon eine halbe Stunde vor Abfahrt am Gleis, also einfach früh genug einsteigen und man kriegt seinen Sitzplatz.
Zum Sport bin ich übrigens viermal ins Gym, Sonntag, Dienstag, Donnerstag, nochmal Freitagabend, war 5 Minuten von der Wohnung entfernt.

Kosten auf einen Blick
Für rund 660 € hatte ich Unterkunft, Anreise, Essen und meine Ausgaben vor Ort für eine Woche abgedeckt. Dadurch war Lübeck für mich deutlich günstiger als viele Workations im Ausland.
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Unterkunft (1 Woche) | 550 € |
| Bahn (Anreise) | 63 € (Deutschland Ticket) |
| Verpflegung | ca. 100 € |
| Museum | 9 € |
| Gesamt | ca. 660 € |
Hab dort fast durchgehend selbst gekocht, dazu der Wocheneinkauf gleich am Anfang, deswegen blieb es wohl auch so günstig. Unterwegs mal was gegönnt, mehr Extraausgaben gab’s aber soweit nicht.
Fazit: Würd ich’s wieder machen?
Die Unterkunft war einfach top, die Lage am Holstentor perfekt, und diese Mischung aus Stadt und Meer hat für mich richtig gut gepasst. Auch dass ich so wenig Meetings hatte, war Gold wert.
Montag und Dienstag hat’s mich dann ehrlich gesagt genervt, viel Regen, dabei hatte ich zwar Pullover, Hemd und lange Hose dabei, aber keine richtige Regenjacke. Ab Mittwoch war dann alles gut. Und wenn’s in der Wohnung mal still war, war ich öfter am Handy als mir eigentlich lieb war, das ist so ein Ding bei mir.
Nochmal Lübeck? Wahrscheinlich nicht am gleichen Fleck, aber Ostsee generell auf jeden Fall wieder. Weiter rumreisen in der Region hab ich diesmal gar nicht gemacht, aber allein die Stadt zu erkunden, an den Gewässern entlangzulaufen und die Architektur anzuschauen, war für sich schon genug.
Praktische Tipps für deine Workation in Lübeck
Unterkunft am besten in der Nähe vom Holstentor oder Bahnhof suchen, dann ist man in Minuten in der Altstadt und schnell am Zug Richtung Küste.
Timmendorfer Strand ist super erreichbar, aber im Sommer lohnt sich Scharbeutz mit der RB85 fast mehr, weniger Trubel.
Für einen guten Tag: Küstenwanderung Travemünde nach Timmendorf, so 3 Stunden mit Pausen, und Neustadt in Holstein für den Hafen und ruhigere Strände.
Wocheneinkauf direkt am Anfang der Woche erledigen, spart danach echt Zeit.
Und Regenjacke einpacken. Hab ich nicht gemacht, hätte mir die ersten zwei Tage einiges leichter gemacht.



