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Pflege-Websites mit identifizierten Barrierefreiheitsproblemen analysiert
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der Websites hatten sofort sichtbare Kontrastprobleme beim ersten Blick
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BFSG gilt – digitale Barrierefreiheit wird für viele Websites zur Rechtspflicht
Kontext
Warum digitale Barrierefreiheit in der Pflege besonders wichtig ist
Die Hauptnutzergruppen von Pflege-Websites: ältere Menschen, pflegende Angehörige in Ausnahmesituationen, Menschen mit Sehschwäche oder kognitiven Einschränkungen sind genau jene, die am stärksten unter unzureichlich umgesetzter Barrierefreiheit leiden. Eine schlecht zugängliche Website ist hier keine Komfortfrage, sondern verhindert den Zugang zu wichtigen Versorgungsleistungen.
Mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) gilt seit Juni 2025 für alle digitalen Dienste eine rechtliche Pflicht zur digitalen Barrierefreiheit, auch für viele Pflege-Websites. Die Konsequenzen für Nicht-Einhaltung: Abmahnungen, Bußgelder, Reputationsschäden.
Mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) gilt seit Juni 2025 für alle digitalen Dienste eine rechtliche Pflicht zur digitalen Barrierefreiheit, auch für viele Pflege-Websites. Die Konsequenzen für Nicht-Einhaltung: Abmahnungen, Bußgelder, Reputationsschäden.
Methodik
Wie die Analyse durchgeführt wurde
Im Rahmen meiner Arbeit habe ich über 500 Pflege-Websites in Deutschland auf Barrierefreiheit analysiert und dabei jeweils jene identifiziert, bei denen bereits beim Schnellcheck Barrierefreiheitsprobleme sichtbar wurden. Websites ohne erkennbare Mängel wurden nicht in diese Liste aufgenommen. Die 570 Einträge repräsentieren ausschließlich fehlerhafte Sites.

Das Vorgehen war bewusst pragmatisch: Jede Website wurde mit dem Browser-Tool WAVE auf Kontraste geprüft, anschließend wurde die Kontaktseite aufgerufen und das Formular auf Zugänglichkeit untersucht. Keine erschöpfende WCAG-Prüfung – sondern ein realistischer Schnelltest, wie er einem durchschnittlichen Nutzer in weniger als zwei Minuten auffallen würde.
Hinweis zur Einordnung: Die Prozentzahlen beziehen sich auf Websites, bei denen bereits beim Schnellcheck Probleme mit der Barrierefreiheit sichtbar waren. Sie geben nicht die Häufigkeit der Probleme in der Gesamtheit aller Pflege-Websites wieder, sondern zeigen, welche Fehlertypen bei fehlerhaften Websites am häufigsten auftreten.
Ergebnisse
Die 5 häufigsten Barrieren
Unter den 570 Pflege-Websites wiederholen sich dieselben Fehler bei der Barrierefrieheit– immer wieder, bei denselben Stellen. Die Zahlen spiegeln wider, was beim Schnellcheck sofort sichtbar war.
#1
Kontrast / Farbprobleme
Texte und Buttons nicht lesbar für sehschwache oder ältere Nutzer
48,8%
278 Websites
#2
Formular nicht durchgehend barrierefrei
Kontaktformulare nicht mit Screenreadern nutzbar – Anfragen unmöglich
47,5%
271 Websites
#3
Tastaturnavigation / Fokus
Website nicht ohne Maus bedienbar – inkl. fehlender oder defekter Skip-Links
44,9%
256 Websites
#4
Alt-Texte / Inhalte nur als Bild
Wichtige Informationen als Grafik eingebunden – für Screenreader unsichtbar
9,5%
54 Websites
#5
Mobile / Responsiveness
Website auf Mobilgeräten nur eingeschränkt oder gar nicht nutzbar
4,0%
23 Websites
Zur Einordnung von Platz 4 & 5: Die niedrigeren Prozentzahlen für Alt-Texte und Mobile bedeuten nicht, dass diese Probleme seltener sind – sie fallen beim beschriebenen Schnellcheck schlicht weniger sofort auf als Kontraste oder Formularfehler. In vollständigen Audits zeigen sich diese Mängel deutlich häufiger.
Auswirkungen
Wer konkret davon betroffen ist
Mangelnde Barrierefreiheit auf Pflege-Websites haben reale Konsequenzen – sie schließen echte Menschen von wichtigen Informationen und Kontaktmöglichkeiten aus:
Verbesserungsansätze
Was Pflege-Websites konkret tun können
Die häufigsten Probleme sind technisch lösbar, oft innerhalb weniger Tage. Was es braucht, ist eine strukturierte Prüfung und klare Prioritäten für die Umsetzung der digitalen Barrierefreiheit auf ihrer Pfege-Website
Kontrastverhältnisse korrigieren
Mind. 4,5:1 für Fließtext, 3:1 für große Überschriften – mit Tools wie dem WebAIM Contrast Checker in Minuten prüfbar.
Formular-Labels ergänzen
Jedes Eingabefeld braucht ein programmatisch verknüpftes Label. Placeholder-Text allein reicht nicht.
Tastaturnavigation testen und reparieren
Einfach Tab drücken: Kann man die gesamte Website ohne Maus bedienen? Fokus-Styles aktivieren, Skip-Links einbauen und testen.
Alt-Texte für alle informativen Bilder
Besonders Leistungsübersichten oder Infografiken, die als Bild eingebunden sind, brauchen beschreibende Alt-Texte.
Mobile Nutzbarkeit prüfen
Auf echten Mobilgeräten testen – nicht nur im Browser-Simulator. Touch-Targets, Schriftgröße und Zoommöglichkeit prüfen.
Das Fazit
Die Analyse zeigt, dass ein einfacher Schnellcheck reicht, um zu sehen: Es treten immer wieder dieselben Fehler in der digitalen Barrierefreiheit auf Pflege-Websites auf. Kontraste bei Buttons und Texten, die nicht lesbar sind. Formulare, die der Screenreader nicht zuverlässig auslesen kann. Und eine Navigation die ohne Maus leider nicht funktioniert und Tastaturfallen liefert.
Das sind keine Randprobleme. Das sind die Menschen, die eine Pflegeeinrichtung für ihre Eltern suchen. Die unter Druck, mobil, abends nach Hilfe suchen. Und an einer Website scheitern, die sie hätte erreichen sollen.
Barrierefreiheit in der Pflege ist keine technische Kür, sondern die Grundlage dafür, dass eine Website ihren eigentlichen Job macht. Wer jetzt handelt, schützt seine Zielgruppe, erfüllt die gesetzlichen Anforderungen nach BFSG und zeigt, dass ihm die Menschen wichtig sind, die er erreichen will.
LeistungsübersichtKostenfreie Website-EinschätzungDas sind keine Randprobleme. Das sind die Menschen, die eine Pflegeeinrichtung für ihre Eltern suchen. Die unter Druck, mobil, abends nach Hilfe suchen. Und an einer Website scheitern, die sie hätte erreichen sollen.
Barrierefreiheit in der Pflege ist keine technische Kür, sondern die Grundlage dafür, dass eine Website ihren eigentlichen Job macht. Wer jetzt handelt, schützt seine Zielgruppe, erfüllt die gesetzlichen Anforderungen nach BFSG und zeigt, dass ihm die Menschen wichtig sind, die er erreichen will.

